Aschaffenburg entwickelte sich nach dem Zweiten Weltkrieg rasant zur Industriestadt am bayerischen Untermain. Die Bebauung erstreckt sich vom Mainufer über Terrassen aus quartären Kiesen bis in die Hanglagen des Spessarts. Diese geologische Vielfalt – von grobkörnigen Flusssedimenten bis zu Tonsteinverwitterungen – erfordert eine präzise Pfahlgründungsbemessung, die die lokale Schichtung und Grundwasserverhältnisse abbildet. Besonders in den tieferen Lagen nahe der Innenstadt stehen grundwasserführende Kiese an, während Richtung Obernau und Schweinheim bindige Schichten dominieren. Vor der Festlegung der Pfahlart und -länge wird daher oft ein Sondaje SPT durchgeführt, um die Lagerungsdichte der Kiese zu bewerten. Ergänzend liefert ein Presiómetro Daten zum Steifemodul in situ – beides unverzichtbare Eingangsgrößen für die Bemessung nach EC 7.

Eine Pfahlgründungsbemessung ohne Berücksichtigung der lokalen Mainkies-Tonstein-Wechselfolge unterschätzt das Setzungsverhalten systematisch – das zeigt jeder Pfahlprobebelastung in der Region.
Arbeitsumfang in Aschaffenburg
- Bohrpfähle in den weichen Tonen erreichen oft erst ab 15 bis 20 Meter Tiefe ausreichenden Mantelwiderstand.
- Rammpfähle in den Kiesen erzielen bereits bei geringer Einbindetiefe hohe Spitzendrücke.
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Kritische Bodenfaktoren in Aschaffenburg
Ein verbreiteter Fehler in Aschaffenburg ist die Annahme, die Mainkiese seien überall gleich tragfähig. Bauträger verzichten dann auf Pfahlprobebelastungen und übernehmen Kennwerte aus Nachbargrundstücken. Die Folge: In Bereichen mit eingelagerten Schlufflinsen oder aufgeweichten Tonlagen kommt es zu ungleichmäßigen Setzungen von mehr als 5 cm. Die Pfahlgründungsbemessung muss diese Heterogenität abbilden. Wird der Grundwasserstand nach Starkregen ignoriert, können Pfahlköpfe unter Auftrieb geraten. Das Risiko steigt in den Überschwemmungsgebieten entlang des Mains. Eine standortbezogene Tragfähigkeitsanalyse mit mindestens einer Probebelastung pro Baugrundmodell ist hier unverzichtbar.
Unsere Leistungen
Wir bieten in Aschaffenburg ein abgestimmtes Leistungsspektrum für die Pfahlgründungsbemessung – von der Vorerkundung bis zum statischen Nachweis.
Statische Pfahlprobebelastungen nach DIN EN 1997-1
Durchführung von Probebelastungen an Bohr- und Rammpfählen zur Ermittlung der tatsächlichen Mantelreibung und des Spitzendrucks. Die Ergebnisse fließen direkt in die Bemessung ein.
Finite-Elemente-Simulation der Pfahl-Boden-Interaktion
Modellierung des Tragverhaltens unter Gebrauchs- und Bruchlast mit Plaxis oder Abaqus. Berücksichtigung von Grundwasserströmung und Konsolidationseffekten im Mainkies.
Bemessung von Pfahlgruppen und Setzungsprognose
Ermittlung der Gruppenwirkungsgrade, Setzungsdifferenzen und inneren Schnittgrößen. Auslegung der Pfahlanordnung nach DIN 1054 unter Einbeziehung der lokalen Schichtgrenzen.
FAQ
Welche Pfahlart eignet sich am besten für die Mainkiese in Aschaffenburg?
In den dicht gelagerten Kiesen der Mainterrassen sind Rammpfähle mit Spitzendruckwerten bis 5.000 kN/m² wirtschaftlich. In den weichen Tonen im Süden und Osten der Stadt bieten Bohrpfähle mit hohem Mantelwiderstand mehr Sicherheit.
Welche Normen gelten für die Pfahlgründungsbemessung in Deutschland?
Maßgeblich sind DIN 1054:2021-04, der Eurocode 7 (EN 1997-1:2004) sowie die EA-Pfähle (2012). Für Probebelastungen wird Anhang D des EC 7 herangezogen.
Welche Kosten sind für eine Pfahlgründungsbemessung in Aschaffenburg üblich?
Der Kostenrahmen liegt zwischen 1.540 und 6.360 Euro, abhängig von Pfahlanzahl, Bodenaufschlüssen und erforderlichen Probebelastungen. Ein genaues Angebot wird nach Sichtung der Unterlagen erstellt.
Wann ist eine Pfahlgründung in Aschaffenburg zwingend erforderlich?
Sobald die zulässige Bodenpressung der oberflächennahen Schichten unter 150 kN/m² liegt – typisch für die schluffigen Tone in den Hanglagen – oder bei Grundwasserabständen unter 2 Metern. Auch bei großen Einzellasten aus Industriebauten sind Pfähle oft unvermeidlich.