Die DIN EN 1998-1 (Eurocode 8) und die nationale DIN 4149 fordern für Bauwerke in Erdbebengebieten die Berücksichtigung der lokalen Bodenverstärkung. Aschaffenburg liegt in der Erdbebenzone 1 mit moderater Gefährdung – der Untergrund aus Flusssedimenten des Mains und tertiären Sanden kann seismische Wellen jedoch deutlich verstärken. Unser Labor führt die Analyse der seismischen Verstärkung nach diesen Normen durch. Wir messen die Scherwellengeschwindigkeit (VS30) mit MASW und bestätigen die Site Class nach EC 8. Ergänzend ermitteln wir im CBR-Versuch die Tragfähigkeit frostgefährdeter Schichten und führen Plattendruckversuche zur Kalibrierung der Steifigkeit durch. Nur mit dieser Kombination aus Feld- und Labordaten lässt sich die reale Verstärkung für Aschaffenburg belastbar prognostizieren.

Die Flusssedimente des Mains können seismische Wellen um den Faktor 2 bis 4 verstärken – eine pauschale Baugrundklasse reicht hier nicht aus.
Arbeitsumfang in Aschaffenburg
Kritische Bodenfaktoren in Aschaffenburg
Aschaffenburg liegt auf 138 m ü. NHN, direkt am Main in einer Senke. Der Grundwasserspiegel steht stellenweise nur 2 m unter Flur. Bei einem Erdbeben der Stärke 5,5 (letztes relevantes Beben in der Region 1356) kann es zu Bodenverflüssigung in den sandigen Auen kommen. Die Analyse der seismischen Verstärkung in Aschaffenburg zeigt, dass die weichen Schichten die Beschleunigung an der Oberfläche um das 2- bis 3-Fache erhöhen können. Wer diese Verstärkung ignoriert, riskiert Schäden an Fundamenten, Rissen in tragenden Wänden und im schlimmsten Fall einen Teileinsturz. Gerade bei mehrgeschossigen Wohnbauten in der Innenstadt ist die Untersuchung unverzichtbar.
Diese Leistung ergänzt unsere Laborversuche für eine umfassende Projektanalyse.
Unsere Leistungen
Wir bieten zwei spezifische Untersuchungen zur seismischen Verstärkung in Aschaffenburg an, die je nach Bauvorhaben einzeln oder kombiniert eingesetzt werden:
Feld-MASW mit VS30-Profil
Oberflächenwellenmessung entlang eines 50-m-Profils. Liefert das VS30-Profil bis 30 m Tiefe, klassifiziert den Baugrund nach EC 8 Site Class (A bis E). Inklusive seismischer Refraktion für Schichtgrenzen. Ergebnis: standortspezifisches Antwortspektrum für die statische und dynamische Berechnung.
Resonant-Column-Prüfung im Labor
Entnahme ungestörter Proben aus Schürfgruben oder Bohrungen. Prüfung im Resonant-Column-Gerät bei verschiedenen Spannungsniveaus. Messung von G0, Dmin und degradition curves. Ergänzt die Feldmessung um nichtlineare Parameter. Ergebnis: Bodenmodell für die dynamische FEM-Simulation.
FAQ
Wie viel kostet eine Analyse der seismischen Verstärkung in Aschaffenburg?
Die Kosten liegen je nach Umfang zwischen 880 und 1.870 Euro. Ein reines MASW-Profil mit VS30-Auswertung startet bei etwa 880 Euro. Die Kombination mit Resonant-Column-Prüfung und standortspezifischem Antwortspektrum liegt im oberen Bereich. Wir erstellen ein individuelles Angebot nach Besichtigung der örtlichen Gegebenheiten.
Welche Baugrundklasse gilt für Aschaffenburg nach EC 8?
Die offizielle Karte ordnet Aschaffenburg der Baugrundklasse C zu (mitteldichte Sande und Kiese). Lokal können jedoch weiche Schichten (Klasse D) auftreten, besonders in Mainnähe. Nur eine VS30-Messung vor Ort bestätigt die tatsächliche Klasse. In der Praxis finden wir in Aschaffenburg häufig Klasse C bis D, abhängig von der Flurabstand und dem Grundwasserspiegel.
Wann ist eine standortspezifische Untersuchung Pflicht?
Nach DIN 4149 ist eine detaillierte Untersuchung erforderlich, wenn die Bauwerkshöhe 20 m überschreitet oder das Bauwerk der Bedeutungskategorie III oder IV angehört (z. B. Schulen, Krankenhäuser). Auch bei unregelmäßiger Grundrissgeometrie oder weichem Untergrund in Aschaffenburg empfehlen wir die Analyse der seismischen Verstärkung zwingend. Der Bauherr trägt die Verantwortung für die Einhaltung der Standsicherheit.
Wie lange dauert die Auswertung der MASW-Messung?
Die reine Feldmessung dauert etwa 2 bis 4 Stunden. Die Datenauswertung mit Inversion und Erstellung des VS30-Profils benötigt 3 bis 5 Arbeitstage. Das standortspezifische Antwortspektrum liegt nach 7 bis 10 Tagen vor. Bei Eilfällen können wir den Prozess auf 4 Tage verkürzen, sofern das Wetter mitspielt und die Messbedingungen optimal sind.